VERLAG JANOS STEKOVICS
Sie sind hier: Startseite » unser Buchladen » Sachsen-Anhalt » Kulturstiftung Sachsen-Anhalt

Jagdschloss Letzlingen II

Jagdschloss Letzlingen II

Schriftenreihe der Stiftung Schlösser, Burgen und Gärten des Landes Sachsen-Anhalt

Herausgegeben von Boje Schmuhl in Verbindung mit Konrad Breitenborn
Band 2/2, Teil 2: 1861-2001

360 Seiten
170 Abbildungen
Leinen, Schutzumschlag
17 x 24 cm
28,80 EUR
ISBN 978-3-932863-54-7

Das nach 1841 von Preußens König Friedrich Wilhelm IV. aus seinem "Dornröschenschlaf" erweckte Jagdschloss Letzlingen wurde zwischen 1861 und 1912 unter Wilhelm I. und dessen Enkel Wilhelm II. als Ausgangsort und gesellschaftlicher Mittelpunkt zahlreicher Hofjagden weit über die Grenzen der Altmark hinaus bekannt.
Das Jahr 1861 markiert mit dem Tod Friedrich Wilhelms IV. und dem Regierungsantritt seines Bruders Wilhelm I. sowohl eine einschneidende politische Zäsur in der preußischen Geschichte, wie andererseits mit der Fertigstellung und Einweihung der noch nach Plänen Friedrich Wilhelms IV. entstandenen Schlosskirche ein wichtiger Einschnitt in der Baugeschichte des Jagdschloss-Ensembles.
Im Schloss weilten illustre Jagdgesellschaften mit viel in- und ausländischer Prominenz, die sowohl den Wildreichtum der Heide als auch die entspannte Atmosphäre eines solchen "Rendevous" zu schätzen und zu nutzen wußten. So manche wichtige politische Entscheidung wurde im Letzlinger Jagdschloss getroffen.
Nach der Abdankung Kaiser Wilhelms II. im November 1918 war das Schloss von 1922 bis 1933 an die Freie Schul- und Werkgemeinschaft verpachtet. Die 1933 von den Nationalsozialisten aufgelöste Schule unterrichtete nach reformpädagogischen Grundsätzen.
1933/34 diente das Schloss der NSDAP als SA-Sportschule. Ab 1940 befand sich hier das Reservelazarett Nr. 105, und von 1945 bis 1991 fand das einstige Jagddomizil der Hohenzollern schließlich Verwendung als Krankenhaus.
Von 1997 bis 2001 wurde das Schloss umfassend rekonstruiert und saniert. Die museal genutzte erste Etage ist seit dem 19. Januar 2001 erstmals öffentlich zugänglich.
Mehrere Beiträge des Bandes geben Auskunft über die Jagdgeschichte der Colbitz-Letzlinger Heide, die nach 1871 zwar durch die "Kaiserjagden" Wilhelms I. und Wilhelms II. bestimmt war, aber danach noch viele andere wechselvolle Schicksale erfuhr. Trotz der 1935 erfolgten Einrichtung eines Artillerieversuchsplatzes wurde die Heide im Dritten Reich als Staatsjagdrevier genutzt. Auch Hermann Göring hat hier auf Schwarzwild gejagt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm für nahezu fünf Jahrzehnte die Rote Armee den Schießplatz. Im militärisch besetzten Gebiet lag die Jagdhoheit bei der sowjetischen Armeeführung, die der umfänglichen Selbstversorgung ihrer Soldaten durch Wilddieberei aber keinen Einhalt gebot.

 

28,80 EUR

Produkt-ID: 978-3-932863-54-7  

incl. 5% USt. zzgl. Versand
Gewicht: 2.2 kg

 
 
Anzahl:   St